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FAZ: Warum die Börsen Populisten lieben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, April 26, 2017, by Tim Kanning

“Der Trump-Effekt, der seit der Wahl des neuen amerikanischen Präsidenten die Wall Street zu immer neuen Höchstständen antreibt, ist also bei weitem keine Ausnahme, wie eine historische Untersuchung zeigt, die der Bonner Ökonom Moritz Schularick am Dienstag in Frankfurt vorstellte.”

“Eines der wichtigsten Ergebnisse: Dass nach der Machtübernahme durch Populisten die Märkte zusammenbrächen, wie vor den Wahlen von deren Gegnern regelmäßig behauptet werde, habe sich kaum jemals bewahrheitet. „Die Drohung, dass danach der Teufel los ist, ist nicht realistisch“, sagte Schularick. Stattdessen trete oft eher das Gegenteil ein, wie nun in Amerika: „Die Finanzmärkte haben schnell erkannt: Trump ist nicht das Ende.“

“Zwar gebe es auch Gegenbeispiele, betonte Schularick. Im Schnitt aber sind in den ersten zwei Jahren nach den 27 betrachteten Machtübernahmen die Aktienmärkte um etwa ein Viertel gestiegen. In den ersten fünf Jahren danach ging es unter Linkspopulisten im Schnitt um 41 Prozent nach oben, Rechtspopulisten ließen den Leitindex ihres Landes sogar um 95 Prozent steigen.“

“Schularick betonte während seines Vortrags mehrfach, dass er mit seiner Studie nicht den Populisten das Wort reden wolle. Seine Erkenntnisse bezögen sich ausschließlich auf die Finanzmärkte und wie diese kurz- und mittelfristig auf deren Machtübernahme reagierten. Seine Studie zeige eben, dass die Finanzmärkte nicht die Aufgabe des Lehrmeisters übernähme, der populistische Führer in ihre Grenzen weise.
Dass ein zunehmender Protektionismus der gesamten Volkswirtschaft langfristig schade, stehe aus seiner Sicht außer Frage. Und oft seien es gerade diejenigen, die einen Populisten gewählt hätten, die auf lange Sicht eher die Verlierer von dessen Politik seien.“

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