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Wie der Immobilienboom das Land spaltet

Spiegel Online, 29 September 2018, by Thomas Fricke.

In der Wohnungskrise geht es um mehr, als nur möglichst schnell Unterkünfte fürs Volk zu schaffen. Die Preisexplosion könnte das Land auf noch gefährlichere Weise spalten, als es ohnehin schon der Fall ist. [….]

Problem erkannt. Bemühen erkennbar. Weil in Deutschland zu langsam gebaut wird, steigen Immobilienpreise wie Mieten. Und damit das aufhört, wird jetzt alles Mögliche in Bewegung gebracht, um schneller zu bauen – schnelleres Genehmigen, mehr Bauhilfen und so. [….]

Ob das hilft? Fraglich. Immerhin gibt es den Trend zum Luxuswohnen nicht nur in München, Hamburg und Berlin, sondern auch dort, wo es gar keine komplizierten deutschen Vorschriften oder unterschätzte Gebärfreudigkeit gibt. In London, Paris, Tokio und anderen Metropolen. [….]

Umso gefährlicher droht neben der eigentlichen Wohnungsnot ein anderes, bislang womöglich unterschätztes Begleitphänomen zu werden: dass sich mit jeder Preissteigerung auch das ohnehin schon kritische Gefälle zwischen Arm und Reich verschärft. Denn das Land wird neueren Studien zufolge offenbar viel stärker durch das gespalten, was an Börsen und Immobilienmärkten wie märchenhaft passiert, als durch die Frage, ob einzelne fleißige Vorstandschefs oder Bankdirektoren jetzt ein Milliönchen mehr als Gehalt kriegen oder nicht. [….]

 

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